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Vom Stall zum Arbeitszimmer

  • Ehemaliger Stall, Februar 2011

    Ehemaliger Stall, Februar 2011

  • Ehemaliger Stall, Februar 2011

    Ehemaliger Stall, Februar 2011

  • Arbeitszimmer, Sommer 2016

    Arbeitszimmer, Sommer 2016

Nach 5 Jahren ist nun endlich das Erdgeschoss weitgehend fertig. Als letzter Raum war das Arbeitszimmer an der Reihe. Dieser Raum war früher mal ein Stall mit niedriger Decke, einer Betonsäule und eingezogener Innenmauer, welche mühsam entfernt werden musste. Da wir nun weitgehend alles in Eigenleistung machen, dauert der Innenausbau leider recht lange. Als nächstes sind das Treppenhaus und das erste Geschoss mit Wohn- und Gästezimmer an der Reihe.

Breitband auf dem Lande

Nach dem Kauf des Hofes in 2011 haben wir damals recht schnell einen Internetanschluss geregelt, so dass es möglich ist von Bierde aus zu arbeiten. Da der Hof damals ja noch eine Baustelle war und auch keinen Telefonanschluss hatte, bot sich ein LTE Anschluss an. LTE – auch als 4G bekannt – war damals noch relativ neu und unbekannt. Erst ein Jahr zuvor hatte die Bundesnetzagentur die entsprechenden Frequenzen versteigert und viele Mobilfunkanbieter fingen erst langsam an ihre Netze aufzurüsten. In unserem Fall kam nur Vodafone als einziger Anbieter in Frage.

Am Anfang gab es noch regelmäßig Verbindungsprobleme, aber seit der Installation einer speziellen Außenantenne und nach Ausbau des Netzes, läuft es nun einigermaßen zuverlässig und schnell. Als Geschwindigkeiten erreichen wir derzeit ca. 7 MBit/s beim Downstream und 1.3 MBit/s beim Upstream. Damit kommt man so gerade zurecht, es ist aber natürlich weit entfernt von der Zielsetzung der Bundesregierung zum Breitbandausbau, welche bis 2018 mindestens 50 MBit/s für alle Haushalte erreichen will.

LTE Aussenantenne

LTE Aussenantenne

Zur Zeit ist unser größtes Problem neben der Geschwindigkeit bei LTE vor allem die Volumenbegrenzung. Je nach Abonnement sind pro Monat nur 10 – 30 GB inbegriffen und zusätzliches Datenvolumen muss teuer hinzugekauft werden. Seit 2011 hat sich daran trotz Netzausbau auch nichts verändert. Als Zweipersonenhaushalt kommen wir bei normaler Internetnutzung damit nicht aus. Bei der Diskussion über Bandbreite, wird das Volumen leider allzu oft vergessen, nur was bringt einem eine schnelle Internetverbindung, wenn man diese nicht zeitgemäß benutzen kann?

Ein paar Beispiele:

  • Ein Film auf Netflix in HD-Qualität verbraucht ca. 2 GB pro Stunde. Wenn wir also einen Film pro Woche schauen, ist unser Datenvolumen  so gut wie verbraucht.
  • Ein Skype-Videoanruf oder eine Online-Besprechung verbrauchen ca. 100 – 300 MB pro Stunde.
  • Internet-Radio verbraucht ca. 50 MB pro Stunde.
  • Ein Update des Betriebssystems braucht 1- 6 GB.
  • Um eine 30 Sekunden lange MP4 Video Datei in einer 4K Auflösung auf YouTube oder Vimeo zu teilen, braucht man ca. 400 MB.
  • Online-Backup Dienste sind nicht benutzbar, da es unmöglich wäre jemals 500 GB überhaupt hoch zu laden.

Somit stellt sich für uns auch jedes Jahr wieder die Frage, ob es inzwischen bessere Angebote zum Internetzugang gibt. Aktuell gibt es für uns folgende Möglichkeiten:

Anbieter Produkt Technologie Downstream Upstream Datenvolumen Preis pro Monat
Telekom MagentaZuhause S *1 DSL 3,4 MBit/s 364 kbit/s flat 29,95 €
Vodafone DSL6 *2 DSL 3,4 MBit/s 364 kbit/s flat 24,99 €
Vodafone LTE Zuhause S *3 LTE 7,2 MBit/s 1,4 MBit/s 10 GB 29,99 €

*1 Hybrid nicht verfügbar. Auch 2016 kann die Telekom noch kein LTE bei uns anbieten. Offiziell bietet MagentaZuhause S 16 MBit/s Downstream und 2,4 MBit/s Upstream, aber es ist bei uns maximal DSL 6000 RAM IP (1) möglich. Dazu findet man jedoch keine deutlichen Angaben zur Geschwindigkeit. Laut Angaben im Telekom-Forum sind max. sind jedoch nur 3,4 MBit/s Downstream und 364 kbit’s Upstream machbar.
*2 Benutzt die Telekom-Infrastruktur, daher technisch die gleichen Begrenzungen.
*3 Wird offiziell nicht für unsere Adresse angeboten, aber funktioniert ja seit 2011. Laut Netzkarte von Vodafone sind zur Zeit maximal 8 Mbit/s möglich. Vodafone bietet leider keine Hybrid-Produkte an.

In den letzten 5 Jahren hat sich die Situation kaum verbessert. Die DSL Angebote sind aufgrund der zu geringen Upstream-Geschwindigkeit nicht akzeptabel. Beruflich brauchen wir minimal 1 MBit/s. So bleibt also LTE als einzige Lösung mit Vodafone als einzigen Anbieter, und hier müssen wir monatlich zusätzliches Datenvolumen nachbuchen um hin zu kommen (1 GB kosten 4,99 € , 10 GB kosten 14,99 €). Ein nicht benutztes Datenvolumen wird nicht in den folgenden Monat übertragen.

Als neue Option kommt nun wahrscheinlich das Angebot von Northern Access hinzu. In einigen Ortsteilen von Petershagen bietet Nothern Access bereits schnelles Internet auf Basis von Richtfunk-Technologie an. Nicht nur werden deutlich höhere Geschwindigkeiten und eine feste IP angeboten, auch gibt es eine unbegrenzte Datentransfermenge und die Preise sind bezahlbar. Morgen wird es dazu in Bierde eine Infoveranstaltung um 19:00 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus geben. Wir sind gespannt, ob es für uns im Außenbereich von Bierde endlich die Lösung bieten wird auf die wir dringend warten.

Stand Ende Juni 2016:

  • Northern Access scheidet als Option aus, da die Firma mehrfach nicht oder nicht adäquat auf schriftliche Anfragen reagiert hat.
  • Telekom hat den Ausbau des Internets in Peterhagen angekündigt. Leider werden nicht die unterversorgten Gebiete ausgebaut (z.B. dort wo immer noch maximal DSL 6000 oder gar nichts angeboten wird), sondern stattdessen wird Vectoring dort installiert wo es bereits ein relativ gutes Angebot gibt.
  • Inzwischen mehr gefunden über die Produktbezeichnungen der Telekom und musste die Geschwindigkeiten noch weiter nach unten korrigieren. DSL 6000 RAM IP (1) ist das kleinste RAM-Profil für dieses DSL-Produkt. Quellen: [1] [2]

Kartoffelvielfalt

Wenn man mich vor Jahren nach Unterschieden zwischen Kartoffeln gefragt hätte, dann wäre mir wohl nicht viel mehr als fest und mehlig kochend eingefallen. Seitdem wir aber selber Kartoffeln im Garten anpflanzen, sind wir auf viele interessante Sorten gestoßen, welche sich sowohl geschmacklich, als auch optisch voneinander unterscheiden. Da unser Hof ja aus dem 19. Jahrhundert stammt, interessieren wir uns besonders für historische Kartoffelsorten, aber bauen natürlich auch moderne Sorten an.

Kartoffelernte 2014

Kartoffelernte 2014 mit Triplo, Rote Emma und Bergerac.

In den letzten Jahren haben wir folgende Kartoffel angebaut:

  • ‚Jaune d’Or‘, Frankreich, ca. 19. Jahrhundert, fest kochend, ockergelbes Fruchtfleisch
  • ‚Mr. Little’s Yetholm Gypsy‘, Großbritannien, ca. 1899, mehlig kochend, schöne 3-farbige Schale
  • ‚Sarpo Mira‘, Ungarn, leicht mehlig kochend, weißes Fruchtfleisch, rosa Schale
  • ‚Red Duke of York‘, Großbritannien, ca. 1942, mehlig kochend, gelbes Fruchtfleisch, rote Schale
  • ‚Désirée‘, Niederlande, 1962, rote Schale
  • ‚Rote Emma‘, Deutschland, 2004, fest kochend, rotes Fruchtfleisch, rote Schale
  • ‚Triplo‘, Niederlande, 2000, fest kochend, gelbe Schale
  • ‚Vitelotte Noir‘, Frankreich, ca. 19. Jahrhundert, blau-violette Kartoffelsorte (Trüffelkartoffel)
  • ‚Bergerac‘, Niederlande, vor 1950, blau-violette Kartoffelsorte

In dieser Jahr nun haben wir erneut 6 verschiedene Sorten angepflanzt.

Vitelotte noire

Vitelotte Noire Kartoffel vor der Aussaht

Neben Triplo und Vitelotte sind neu hinzugekommen:

  • ‚Kaiser Wilhelm‘, Deutschland, alte Sorte
  • ‚Norddeutsche Inseln‘, Deutschland, alte Sorte,  fest kochend
  • ‚Rheinische Rote‘, Deutschland, gelbes Fruchtfleisch, rote Schale
  • ‚Yukon Gold‘, USA, 1966, gelbes Fruchtfleisch

Zum Abschluss noch ein paar Rezept-Ideen für blau-violette Kartoffel:

  • Kartoffelsald mit blau-violetten Kartoffeln
  • Gnocchi mit blau-violetten Kartoffeln
  • Chips

Einige Fotos dieses Beitrags können über Partneragenturen lizenziert werden:

Kartoffelernte
Vitelotte Noire
Blau-violette Gnocchi
Gemüse Chips

Piepsen gegen Wühlmäuse

Wühlmäuse sind neben den Rehen das größte tierische Problem in unserem Garten. Dass sie von unserem Gemüse naschen, wäre noch zu verkraften, nur leider zerstören sie auch regelmäßig zahlreiche schöne, wichtige und wertvolle Pflanzen. Gift oder irgendwelche raffinierten Tötungsfallen sollen bei uns im Garten natürlich nicht zum Einsatz kommen. Als mögliche Alternative landet man dann schnell bei Wühlmausvertreibern, welchen man in den Boden steckt. Diese erzeugen Quarzschwingungen und Vibrationen und sollen so die nervigen Nagetiere vertreiben. Zumindest bei den Wühlmäusen soll das ganz gut funktionieren.

Solar-Wühlmausvertreiber

Solar-Wühlmausvertreiber

Im einschlägigen Elektronikhandel gibt es zahlreiche Modelle mit Solarzelle im Bereich von € 7 bis € 30 von diversen Firmen. Um es mal auszuprobieren haben wir von dem billigsten Modell, als auch von einem im mittlerem Preissegment einige gekauft. Das günstige Modell für € 6,99 machte einen billigen Eindruck und bei der Installation im Garten wurde direkt ein Gerät beschädigt, welches dann erst mal repariert werden musste. Vorteil dieses Modells war dann wenigstens, dass man es mit Schrauben öffnen konnte um es zu reparieren. So kann man auch in Zukunft die Batterien wechseln falls das Gerät so lange im Garten überlebt.

Reparatur eines Solar-Wühlmausvertreibers

Reparatur eines Solar-Wühlmausvertreibers

Das andere Modell kam im 3er-Packet für € 29,99, lässt sich nicht einfach so öffnen und machte zumindest äußerlich einen besseren Eindruck.  Jedes Gerät soll angeblich einen Wirkungsbereich von 650-700 m² haben, so dass die 5 die wir gekauft haben, eigentlich für unser gesamtes Grundstück reichen könnten. Aber das mit dem Wirkungsbereich stimmt wahrscheinlich genau so wie der vom Hersteller angegebene Spritverbrauch von Automobilen.

Installation eines Solar-Wühlmausvertreibers

Installation eines Solar-Wühlmausvertreibers

Also haben wir die 5 Solar-Wühlmausvertreiber strategisch im Garten verteilt und sind nun gespannt ob es was bringt. So wie auf dem Foto sollte man übrigens dieses Modell nicht in die Erde stecken. Wenn man in der Nähe ist, hört man das leichte Piepsen dieser Geräte, aber es stört nicht wirklich und im Haus hört man nichts davon. Für einen kleinen Garten in einer einer Reihenhaussiedlung sind diese Wühlmausvertreiber sicherlich weniger geeignet.

Vortrag im Haus Windheim No2

Thiemanns Hof zwischen Tradition und Innovation. – Ein kleinbäuerliches Vierständerhaus als Modell für ein repräsentatives Bauernhaus

Anfang Dezember gibt unser Architekt Wolfgang Riesner zusammen mit seinem Kollegen Volker Brüggemann im Haus Windheim No2 einen Vortrag zur ländlichen Hausforschung,  bei dem es um unseren Hof in Bierde und einem Hof in der Nachbarschaft geht.

 

Beide Höfe wurden dort 1875 und 1882 von Zimmermeister Aumann errichtet und gewähren Einblicke in die Bau- und Sozialgeschichte in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Donnerstag dem 04. Dezember 2014 um 20.00 Uhr im Haus Windheim No2 in Petershagen-Windheim