Vom alten Bauernhaus zum Effizienzhaus

User 138 Jahre alter denkmalgeschützter Vierständerhof soll später nicht nur den Anforderungen eines modernen Wohnhauses gerecht werden, sondern muss sich natürlich auch nach der Energiesparverordnung EnEV 2009 richten. Unsere Überraschung war groß, als de Berechnungen ergaben, dass wir eine Einstufung als Effizienzhaus 85 erreichen können. Abgesehen davon, dass es für die Sanierung zum Effizienzhaus 85 eine KfW Förderung gibt, sind wir natürlich auch froh wenn das Heizen des nicht gerade kleinen Gebäudes später noch bezahlbar bleibt.  Für uns persönlich war es noch wichtig, dass bei der Sanierung umweltverträgliche Materialien benutzt werden und dass wir später ohne fossile Brennstoffe auskommen.

Dämmung der Außenwände

Da das alte Fachwerk des Hofes natürlich sichtbar bleiben sollte, wurde von innen gedämmt. Hinter der Fachwerkwand gibt es zuerst eine 5 cm dicke nach außen be- und entlüftete Luftschicht aus Lattung und Konterlattung, dann eine 2 cm  Holzweichfaserplatte und anschließend 16 cm Dämmzellulose als Einblasdämmung. Eine  OSB-Platte mit Gipsfaserplatte ergibt die Innenwand.

Aussenwanddämmung
Dämmzellulose besteht weitgehend aus altem Zeitungspapier. Zum Schutz vor Fäulnis und Ungeziefer, als auch zur Brandhemmung wurden ansonsten nur Mineralstoffe zugesetzt. Durch Löcher in der Wand wird die Dämmzellulose im Einblasverfahren in die Wand eingebracht.

Einblasen der Zelluloseflocken

Dämmung des Daches

Das komplette Dach wurde ähnlich wie die Außenwand mit Dämmzellulose gedämmt. Zwischen den Sparren gibt es unter der Unterdachschalung eine 24 cm Zelluloseeinblasdämmung und als Innenverkleidung wieder OSB-Platten mit luftdichter Abklebung und Gipsfaserplatten.

Die Decke vom Dachboden zum Erdgeschoss als auch die Decke zum Keller, wurde ebenfalls mit Zelluloseflocken gedämmt.

Fussbodenaufbau

Nachdem wir im Inneren den Fußboden im letzten Jahr gut einen halben Meter tief abgetragen haben, wurde er wie folgt wieder Schicht für Schicht aufgebaut. Auf 15 cm Kies als kapillarbrechende Schicht und PE-Folie folgte die Betonsohle. Dort wo es Holzfußböden geben wird, gibt es zwischen den Lagerhölzern eine 20 cm zwischengeschüttete Zellulosedämmung. In den anderen Räumen mit Stein- oder Fliesenboden gibt es stattdessen 15 cm an Backkork aus Portugal als Dämmung. Auf dem Backkork liegt die Fußbodenheizung und abhängig vom Bodenbelag folgt dann Estrich oder ein Sandbett.

Schubkarre mit Backkork

Backkork wird wie der Name schon besagt als nachwachsender Rohstoff von der Rinde der Korkeiche hergestellt. Die Korkrinde wird zu einem Granulat verarbeitet und dann unter Zufuhr von heißem Wasserdampf und Druck gebacken. Durch das im Kork enthaltene Harz entstehen so feste Blöcke, welche im Handel als Platten angeboten werden. Diese Platten sind einfach zu verlegen und bieten eine gute ökologische Alternative gegenüber Dämmstoffen auf Kunstoffbasis.

Heizung

Für Heizung und Warmwasser wird eine Wärmepumpe mit Erdkollektoren im Garten benutzt. Vor ein paar Wochen haben wir dazu 800 Meter an Rohren im Garten in ca. 1,2 m Tiefe verlegt. Zusätzlich gibt im Haus auf jeder Etage noch einen Holzofen. Auf Solarkollektoren haben wir aus optischen Gründen verzichtet.

Verlegung der Erdkollektoren

Über unsere Heizungsanlage und den Verbrauch werden wir später noch mal detaillierter schreiben.

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